Flensburger Tageblatt vom 27.11.2018

Fortbildungen, Wartung und Software – eine erfolgreiche Einbindung neuer Medien muss gut geplant sein
Schafflund

Die Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund ist ein echter Vorreiter beim Einsatz von iPads im Unterricht. Etwa 80 Schüler der Klassenstufen fünf, sechs und acht nutzen dieses Hilfsmittel regelmäßig im Unterricht. Ulf Rottschläger, Konrektor der Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund, berichtet sh:zMitarbeiterin AnkeSuzan Behrmann von seinen Erfahrungen mit den neuen iPadKlassen seit Schuljahresbeginn.

Wie sieht die technische Ausstattung an Ihrer Schule aus? Wie viele Lehrer nutzen iPads für ihren Unterricht? Wir haben in jedem Unterrichtsraum einen Beamer und alle Lehrkräfte nutzen die Präsentationsmedien. In Schülerhand sind circa 80 iPads, wobei wir schwerpunktmäßig mit dem iPad im fünften Jahrgang arbeiten. Etwa das halbe Kollegium verwendet die 20 iPads in Lehrerhand.

Wie finanzieren Sie die Klassensätze mit iPads? Sie sind elternfinanziert, der Schulverband und Förderverein unterstützen bei Bedarf.

Gehören die iPads den Schülern? Wo und wie nutzen sie die iPads? Ja, als Notnagel haben wir zehn Geräte in der Schule. Sie nutzen sie in fast jedem Unterrichtsfach außer Sport zur Recherche, zum Lesen der sh:zApp, für multimediale Präsentationen, zum multimedialen Üben und zur Ergebnissicherung oder einfach zum Schreiben. Die Schüler arbeiten damit nicht in den Pausen, aber selbstverständlich auch zuhause.

Warum haben Sie sich dafür entschieden, den Jahrgang der Fünftklässler zu iPadKlassen zu machen? Im fünften Jahrgang fangen wir an, um flächendeckend den Forderungen der Kultusministerkonferenz aus dem Strategiepapier zur „Bildung in der digitalen Welt“ nachzukommen. iPads sind werthaltig, technisch robust, softwaremäßig immer aktuell und nicht virenanfällig. Die Administration ist durch versierte Laien zu realisieren, die StandardSoftware kostet nichts und sie funktionieren einfach.

Welche Schüler profitieren besonders von den iPads? Alle Schüler, da eine Differenzierung in alle Richtungen möglich ist. Die Zusammenarbeit wird in vielen Phasen gefördert, denn das Üben ist gerade für schwächere Schüler sehr individuell möglich, da Apps sehr individuell nutzbar sind.

Ersetzen die speziellen Inhalte auf den iPads künftig die Kommunikation mit dem Lehrer oder Schulbegleiter? Nein! Es bleibt durch selbstständige Arbeitsphasen viel mehr Raum für individuelle Gespräche und Ansprachen. Der lehrerzentrierte Unterricht wird erheblich weniger.

Wie oft und wo tauschen Sie sich über die Lehrerfahrungen und -erfolge mit den iPads aus? Der Austausch im Kollegium findet jede Pause statt. Einmal wöchentlich organisieren wir für alle Interessierten am Nachmittag iPadWorkshops oder -Fortbildungen. Da bislang wenig Schulen ein ähnliches Medienkonzept aufbauen, gibt es mit anderen Schulen sehr wenig, vorwiegend überregionalen Austausch. Unser Ziel ist es, dass in vier Jahren jeder Schüler unserer Gemeinschaftsschule mit seinem eigenen iPad täglich im Unterricht arbeitet.

Welche Elternreaktionen haben Sie seit der Einführung der iPadKlassen erhalten? Bislang sehr wenig, was wir positiv interpretieren. Wenn sich die Gelegenheit zu Gesprächen über die iPads ergab, waren die Rückmeldungen sehr positiv. Wir planen eine Evaluation für den Halbjahreswechsel.